Benutzeranmeldung
Strategie-Guide: Kultursieg
Strategie-Guides:
► Kultursieg
Diplomatiesieg
Weitere Guides folgen!
Seit Civilization III ist es ist möglich, durch das Ansammeln von Kulturpunkten einen so genannten Kultursieg zu erringen. Diese Siegbedingung eignet sich vor allem für Spieler, die kleinere Reiche bevorzugen sowie technologisch und militärisch nicht mit den besten Nationen mithalten können oder wollen. In Civilization V benötigt ein Spieler fünf komplett freigeschaltete Bäume von den insgesamt zehn möglichen Spezialisierungen der Sozialpolitik, so dass er daraufhin das Utopia-Projekt starten kann.
Obwohl die Umsetzung des Kultursiegs grundsätzlich einfach klingt, werdet ihr schnell feststellen, dass der Weg dorthin keineswegs anspruchslos ist. Denn für jede Stadt, die eine Nation gründet, steigt die erforderliche Zahl an Kulturpunkten für den Erwerb einer neuen Sozialpolitik an. Der Faktor des Anstiegs wird vom Schwierigkeitsgrad bestimmt. Auf Kriegsherr (2) sind es beispielsweise 20 Prozent, während es auf Prinz (4) bereits 30 Prozent sind. Das bedeutet, dass ihr euer Reich unbedingt klein halten solltet. Theoretisch kann ein Kultursieg mit nur einer Stadt errungen werden, doch sollte diese dafür isoliert auf einer Insel liegen. Besser noch eignen sich Reiche, die rund zwei bis maximal fünf Städte umfassen. Wobei zu bedenken ist, dass eine einzige Sozialpolitik bei fünf Städten bereits 150 Prozent mehr kostet als mit einer.
Bei einem kompakten Reich ist die Zufriedenheit leichter sicherzustellen, dafür ist die absolute Produktivität relativ gering. Ihr solltet euch daher mit den KI-Herrschern gut stellen, Gold für Einfluss bei Stadtstaaten und zur Not für den Kauf von militärischen Einheiten und Gebäuden sparen, die richtigen Sozialpolitiken wählen und natürlich die passenden Wunder bauen. Gut beraten ist, wer außerdem noch vor Spielbeginn eine zweckmäßige Nation, das geeignete Terrain sowie eine stimmige Strategie für den angestrebten Kultursieg parat hat.
1. Die Grundpfeiler zum Kultursieg
a) Nation
Als Zivilisation für einen Kultursieg eignet sich vor allem Indien. Im Indischen Reich wird die allgemeine Unzufriedenheit durch die Anzahl der Städte verdoppelt, die Unzufriedenheit durch Anzahl der Bürger jedoch halbiert. Da wir nur sehr wenige Städte besitzen, haben wir folglich kaum Probleme mit Unzufriedenheit und stattdessen einen Überschuss an Zufriedenheit, den wir dank des Mandat des Himmels aus dem Sozialpolitik-Baum Frömmigkeit gut einsetzen können, um zusätzliche Kulturpunkte zu generieren, doch dazu später mehr. Außerdem profitiert unsere Wirtschaft von vielen Goldenen Zeitaltern.
Andererseits generiert Ägypten +20 Prozent Produktion für den Bau von Weltwundern, die bei dem Kultursieg ebenfalls wichtig sind, da sie häufig Boni auf den Kulturertrag einer Stadt geben. Dass das Aztekenreich Kultur für durch jede besiegte feindliche Einheit erlangt, könnte theoretisch ebenfalls hilfreich sein, doch wollen wir gar nicht kämpfen, weshalb uns diese Wahl nichts brächte. Ebenso sind die +2 Kultur pro Runde von Städten vor der Erfindung der Dampfmaschine im Französischen Reich angesichts unserer wenigen Siedlungen kaum sinnvoll. Möglich wäre auch die Wahl des Siamesischen Reiches, da freundlich gesinnte Stadtstaaten 50 Prozent mehr Nahrung und Kultur liefern. Um diesen Vorteil auszunutzen, muss man jedoch die Terrain-Art zwecks sehr früher Erkundung der Stadtstaaten bedenken und die kriegerische Einstellung der KI-Herrscher, die in höheren Schwierigkeitsgraden häufig spätestens im Mittelalter damit beginnen, Stadtstaaten auszulöschen. Wer sich allerdings sehr früh auf die Suche zu den Stadtstaaten macht und schnell Einfluss nimmt, darf auf eine rasche Kulturentwicklung hoffen. Auch Griechenland hat Vorteile bei den Stadtstaaten, doch sollte man sich auch hier nicht zu sehr auf diese “fremde Hilfe“ verlassen. Insgesamt liegt das Indische Reich dank der überschüssigen Zufriedenheit bei den Favoriten also vorn.
b) Terrain
Da ihr bei einem Kultursieg den Militärzweig stark vernachlässigt und euch vollkommen auf das Utopia-Projekt konzentriert, solltet ihr einigermaßen isoliert von den KI-Herrschern sein. So lauft ihr nicht Gefahr, durch zu nahe Siedlungen bedrängt zu werden oder zwischen die Fronten anderer Herrscher zu gelangen. Seid ihr auf einer kleinen, aber ausreichend mit Ressourcen ausgestattet Insel allein, habt ihr gute Chancen, lange unbehelligt und dauerhaft ohne Konfrontation zu existieren. Als Kartenart eignet sich also primär das Archipel. Bei der Kartengröße bzw. dessen Einstellungen solltet ihr darauf achten, dass ausreichend Stadtstaaten vorhanden sind. Sobald ihr Einfluss auf sie nehmt, gewähren euch die kultivierten unter ihnen zusätzliche Kulturpunkte.
c) Stadtplanung
Wie angesprochen solltet ihr euer Reich klein halten und mit maximal fünf Städten auskommen. Jede Siedlung sollte dabei mehr als ausreichend Ressourcen für eine gute Expansion und natürlich sehr viel Freiraum besitzen. Das Siedeln am Wasser ist diesbezüglich meist vorteilhaft, bei Archipel-Karten sowieso unvermeidbar. Eure Hauptstadt nutzt ihr als Zentrum der Kultur, was sehr früh unter anderem durch die Sozialpolitik Aristokratie im Baum Tradition (+33 Prozent Produktivität für Wunder-Bau in der Hauptstadt) gestützt wird. Das bedeutet, alle wichtigen Wunder werden in der Hauptstadt errichtet.
In den restlichen Siedlungen errichtet ihr Gebäude, die sowohl die Zufriedenheit als auch natürlich die Kultur erhöhen. Wenn es sich einrichten lässt, eignet sich auch mindestens jeweils ein Wunder in jeder anderen Siedlung neben der Hauptstadt, da ihr später einen Kulturbonus für jede Siedlung erhaltet, die ein Wunder beheimatet. Außerdem: Baut nur Modernisierungen, die wirklich genutzt werden und sinnvoll sind, um Gold für Unterhalt zu sparen. Darüber hinaus ist der Bau einer Stadt mit dem Fokus auf hohe Goldeinnahmen empfehlenswert. Gold bringt Einfluss auf Stadtstaaten (also Kulturboni) und erlaubt den schnellen Bau von Gebäuden bzw. die zügige Aushebung von Truppen. Solltet ihr im Laufe des Spiel feststellen, dass der Kulturproduktion nicht ausreicht, wechselt auf den Kulturfokus, um euren Kulturertrag deutlich zu erhöhen.
2. Der Ablauf
a) Zweckmäßige Wunder und Gebäude
Grundsätzlich steht es euch frei, alle Wunder zu errichten, von denen ihr glaubt, dass sie euch Vorteile bringen. Natürlich bieten einige mehr Nutzen für den Kultursieg als andere. Das Orakel erlaubt euch beispielsweise für nur 150 Kosten eine freie Sozialpolitik, genauso wie das Opernhaus von Sydney (1.000 Kosten). Die Sixtinische Kapelle (650 Kosten) und Cristo Redentor (1.200 Kosten) erhöhen die Kultur einer jeden Stadt bzw. senken die Kosten für neue Sozialpolitiken um jeweils 33 Prozent. Letztere sind extrem wichtig, wenn ihr schnell vorankommen wollt.
Dazu lohnt sich direkt zu Beginn des Spiels der Bau von Stonehenge, das für nur 120 Kosten +8 Kulturpunkte einbringt. Auch Die Hängenden Gärten (200) lohnen sich wegen der +1 Bevölkerung und +3 Zufriedenheitspunkte in allen Städten. Genauso liefert der Eifelturm (1.000 Kosten) +8 Zufriedenheitspunkte, der Notre Dame (500) +5 Zufriedenheitspunkte. Da ihr sowieso ein Museum in jeder Stadt bauen werdet, solltet ihr außerdem das Eremitage als Nationales Wunder errichten, um die Kulturproduktion der (Haupt-)Stadt zu verdoppeln. Wenn es sich einrichten lässt, sollte außerdem Der Louvre errichtet werden, der sofort zwei Große Künstler mitbringt. Letztere eignen sich hervorragend zum Bauen von Wahrzeichen, die einen guten Kulturbonus geben. Ohne Frage errichtet ihr in euren Städten jedes Gebäude, das den Ertrag an Kultur erhöht. Abschließend müsst ihr auf jeden Fall den Funkturm errichten, welcher die Kulturproduktion eurer Städte noch einmal verdoppelt.
b) Geeignete Sozialpolitiken
Obwohl die Sozialpolitiken euer Ziel sind, können sie selbst zum Mittel werden. Beginnt mit dem Baum Tradition und hier mit der Aristokratie, um eure Wunder-Produktion in der Hauptstadt früh im Spiel zu beschleunigen. Steigt danach auf Oligarchie, Großgrundbesitzer und Legalismus um. Wählt so früh wie möglich den Baum Frömmigkeit und hier zuerst Mandat des Himmels an. Diese wichtige Sozialpolitik erlaubt es euch fortan, 50 Prozent der überschüssigen Zufriedenheit in Kulturpunkte umzuwandeln, was wiederum unseren Weg zum Kultursieg beschleunigt. Im Baum Frömmigkeit lohnt es sich außerdem, den letzten Punkt Religionsfreiheit aufzusparen und nicht sofort zu nutzen, da wir ihn später für teurere Sozialpolitiken einsetzen wollen.
Je nachdem, wie weit ihr nach dem Abschluss dieser beiden Sozialpolitik-Bäume fortgeschritten seid, könnt ihr zwischen unterschiedlichen Wegen wählen. Primär eignet sich vor allem der Baum Freiheit, da er euren Kulturertrag deutlich anhebt. Hier solltet ihr gleich zu Beginn Verfassung und Meinungsfreiheit freischalten, um den Kulturertrag schnell zu steigern. Schließlich eignet sich der Baum Patronat, um mehr bzw. schneller und günstiger Einfluss auf Stadtstaaten nehmen zu können und durch sie einen höheren Kulturertrag zu verzeichnen. Da keiner der verbleibenden Bäume direkt sinnvoll für euren Kultursieg ist, solltet ihr Wirtschaft wählen, um hier ein paar indirekte Optimierungen eurer Wirtschaft vorzunehmen, damit ihr mehr Gold anhäufen könnt. Hier stehen aber alle anderen Optionen frei, solange sie sich nicht gegenseitig ausschließen. Da die Sozialpolitiken zum Schluss immer teurer werden, habt ihr euch Religionsfreiheit bis zum Schluss aufgehoben und setzt es für die letzten beiden Sozialpolitiken ein - oder aber zwischendurch, um beispielsweise direkt Verfassung und Meinungsfreiheit freizuschalten.
c) Diplomatie
Verhaltet euch ruhig und reizt die KI-Herrscher nicht. Um einen Kultursieg erringen zu können, müsst ihr euch voll und ganz darauf konzentrieren und könnt keinen Krieg gebrauchen. Zumal weder euer schwaches bis nicht vorhandenes Militär noch eure – aufgrund der Städtezahl – mittelmäßige absolute Gesamtproduktion dafür geeignet sind, längeren Auseinandersetzungen standzuhalten. Den Einfluss auf Stadtstaaten solltet ihr nichtsdestotrotz stets aufrecht erhalten.
d) Stadtstaaten und Große Persönlichkeiten
Große Persönlichkeiten sollten für Goldene Zeitalter, die Fertigstellung von Wundern oder natürlich Wahrzeichen genutzt werden, um direkt oder indirekt einen Beitrag für euren Kultursieg zu leisten. Ebenso ergeht es den Stadtstaaten, die euch jede Runde einen Bonus auf den Kulturertrag geben. Letzterer steigt mit jedem höheren Zeitalter. Achtet aber darauf, dass es drei unterschiedliche Stadtstaaten gibt: Nur die kultivierten Stadtstaaten liefern Kultur. Die Maritimen versorgen euch bei Bedarf mit wichtigen Luxusgütern, während die Militärischen euch Einheiten schenken, was im Normalfall unnötig ist.
3. Das Utopia-Projekt
Nachdem der fünfte Sozialpolitik-Baum freigeschaltet wurde, ist das Spiel nicht beendet. Im Anschluss müsst ihr noch das Utopia-Projekt errichten, was allerdings keine nervenaufreibende Anstrengung darstellen sollte. Das Projekt kostet in einer Stadt lediglich 1.500 Produktion. Wenige Runden später gratuliert euch das Spiel.
Viel Erfolg!
4. Diskussion
Aktuell wird in der Community darüber diskutiert, ob es möglich sein sollte, gegen Ende des Spiels Städte zu vernichten (sollten sie eingenommen worden sein), zu handeln oder zu verschenken, um den Kultur-Malus, den jede Stadt beim Kauf einer neuen Sozialpolitik mitbringt, zu verringern. Bei dieser Strategie sammelt man ab einem bestimmten Zeitpunkt alle benötigten Kulturpunkte an, entledigt sich aller Städte bis auf der Hauptstadt und beendet schließlich den Kultursieg dank der angesammelten Punkte mit günstigeren Sozialpolitiken. Viele Spieler erachten diese Taktik als Ausnutzen eines Fehlers (Exploit) oder als nicht ehrlich erworbenen Sieg.
Du musst dich anmelden, um Kommentare verfassen zu können.
- CIV 5 ist tot"Ich zock Civ seit Beginn. (Damals noch auf..."


















Diablo 3