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Civilization IV ScreenshotSchon länger sah es danach aus, dass sich Rundenstrategiespiele langsam aber sicher zu einem Nischengenre entwickeln. Mangels guter und vor allem erfolgreicher Titel war ein großes Comeback unwahrscheinlich. Doch jetzt wird zurückgefeuert, Firaxis erteilte den Befehl: „Volle Breitseite!“ und brachte das lang erwartete Sequel zu einem der berühmtesten Vertreter dieses Genres auf den Markt - Civilization IV. Zusammen mit einem Haufen interessanter Neuerungen samt einem runderneuerten Gewand geht die Globalstrategie in eine weitere Runde und die sieht schöner aus, als je zuvor. Als erstes fällt einem beim Anblick von Civilization IV selbstverständlich die neue Grafikengine auf. Die Spielwelt ist nun eine farbenfrohe 3D-Landschaft voller netter Animationen, alles wirkt lebendig, wobei der Begriff „Spielwelt“ nirgendwo mehr hineinpassen würde als hier. Denn gespielt wird nicht etwa auf einer kleinen Karte mit fünf Wäldern, zwei Flüssen und einem Teich, nein, Civilization IV würde kein Globalstrategiespiel sein, wenn man nicht den ganzen Planeten für seine Zwecke zur Verfügung haben würde. Aber genug von der Grafik, potenzielle Civilization IV-Käufer wollen sicher nur folgendes wissen: Wie spielt es sich, was gibt’s Neues und lohnt sich der Kauf sowohl für Civ-Veteranen als auch für Genreneulinge? Keine Angst wir kommen auf alles zu sprechen.

Wer noch mit keinem Vorgänger der Civ-Reihe die Ehre hatte, dem sei für den Spielanfang das ausführliche Tutorial ans Herz gelegt. Hier werden detailliert alle wichtigen Spielmechanismen erklärt, damit die angestrebte Weltherrschaft kein allzu abruptes Ende findet.

Erfahrene Spieler werden sich zwar sicher sofort ins Spiel stürzen wollen, doch auch ihnen kann die kurze Einführung nicht schaden, immerhin wurde das Sequel mit vielen Neuerungen versehen und um sich im späteren Spielverlauf die Mühe zu sparen, sich alles selbst beizubringen, ist das Tutorial die beste Lösung.

Regierung selbst gemacht

Civilization IV ScreenshotAngefangen wird Civilization-typisch mit der Auswahl einer Spielwelt und der Nation, deren Geschicke man über mehrere Jahrtausende lang leiten will. Zur Auswahl stehen insgesamt 18 Völker, darunter Inder, Amerikaner, Deutsche, Chinesen und Ägypter. Jedes Volk verfügt über ein bis zwei Staatsoberhäupter. Bei den Amerikanern zum Beispiel stehen George Washington und Franklin Delano Roosevelt zur Auswahl. Jeder Anführer hat bestimmte Charaktereigenschaften, die nicht nur zu Geltung kommen, wenn man für ihn spielt, sondern auch wenn seine Züge von der KI diktiert werden. So hat Roosevelt beispielsweise einen ausgeprägten Demokratie-Sinn, deshalb wird er sich höchstwahrscheinlich auch später im Spiel für diese Staatsform entscheiden. Ganz im Gegensatz zum chinesischen Staatsoberhaupt Mao-Tse Tung, der sicherlich den Weg des Kommunismus beschreiten wird. Außer den Charaktereigenschaften bringt jede Person bestimmte Boni mit sich, die sich beispielsweise positiv auf die Baugeschwindigkeit von Gebäuden oder Einheiten einer bestimmte Art auswirken.

Überhaupt spielen Regierungsarten in Civilization IV eine große Rolle. Anhand von 25 vorgefertigten Staatsformen, die von „Freie Marktwirtschaft“, über „Allgemeines Wahlrecht“ bis zur „Sklaverei“ oder „Monarchie“ reichen, kann man alles nach Belieben kombinieren. Darüber hinaus darf man sich auch noch für eine von sieben verschiedenen Religionen entscheiden. Die verbreiten sich, nachdem sie von dem Spieler, einem Mit- oder Gegenspieler bzw. KI-Mitstreiter erforscht worden sind, zwar auch ganz von selbst, wenn man allerdings eine von ihnen zur Staatsreligion ausruft, wird diese in jeder Stadt des eigenen Reiches die dominante Position besetzen. Ihr seht schon, durch die vielen Möglichkeiten sind kuriose Kombinationen keine Einzelfälle.

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